04003 Neue Technologien
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An dieser Stelle sammeln wir für Sie Kurzmeldungen und Best-Practice-Beispiele aus Wirtschaft und Forschung, die sich mit neuen energieeffizienten Technologien beschäftigen. Sie finden die entsprechenden Meldungen immer zunächst im „Aktuellen” – damit Sie aber gezielt nach bestimmten Fällen suchen können, fassen wir hier noch einmal alle entsprechenden Nachrichten zusammen. von: |
1 CO2 als Rohstoff – Best CO2 Utilisation 2025
CCU (Carbon Capture and Utilization) ist auch Klimaschutz. Denn wird CO2 oder auch Kohlenstoffmonoxid (CO) unter Einsatz erneuerbarer Energie aus Abgasen von z. B. Hütten- und Kalkwerken, Müllverbrennungsanlagen oder chemischen Anlagen aufgefangen und wiederverwendet, werden weniger fossile Kohlenstoffquellen benötigt. Neueste Entwicklungen dazu wurden vom 29. bis 30. April 2025 auf der „CO2-based Fuels and Chemicals Conference 2025” in Köln vorgestellt. Außerdem hat der Veranstalter – das nova-Institut – den Preis „Best CO2 Utilisation 2025” ausgeschrieben. Eine Jury hat dafür sechs Unternehmen mit ihren Ansätzen der CO2-Nutzung ausgewählt.
| • | eChemicles (Ungarn): CO2 in Containern zu COEntwicklung eines Elektrolysesystems in Standardcontainern mit niedrigen Prozesstemperaturen zur Umwandlung von CO2 in Kohlenstoffmonoxid (CO), das als Bestandteil von Synthesegas für die Herstellung chemischer Produkte dient. Ziel ist es, daraus Ethen für die Kunststofffertigung herzustellen und 2026 eine erste Anlage zu realisieren. |
| • | Far Eastern New Century (Taiwan): Polyurethan mit CO2Herstellung von thermoplastischem Polyurethan (TPU) mit CO2, ohne die Verwendung von toxischen Substanzen wie Phosgen und Isocyanate. Das „Nipu”-Verfahren (non-isocyanate Polyurethane) reduziert die CO2-Emissionen in der Produktion um bis zu 58 %. Fenc ist ein Mischkonzern mit Hauptsitz in Taipei, der Hauptstadt Taiwans, der synthetische Fasern und andere Textilien herstellt und veredelt. |
| • | Oxylus Energy (USA): preiswertes grünes MethanolElektrochemische Produktion von grünem Methanol aus CO2 und Wasser. Methanol ist ein wichtiger chemischer Baustein und hat Potenzial als klimaneutraler Kraftstoff für Luft- und Schifffahrt. |
| • | Skytree (Niederlande): Skytree StratusNutzung von Direct Air Capture (DAC) (CO2-Entnahme direkt aus der Luft), kombiniert mit Elektrolyse zur Herstellung nachhaltiger Kraftstoffe, unabhängig von Industrieemissionen. Aufgrund geringer Temperaturanforderungen kann dieses Verfahren mit Wärme aus erneuerbaren Quellen wie Biomasse, Geothermie und Solarthermie oder industrieller Abwärme betrieben werden. |
| • | TNO (Niederlande): Dieselkraftstoff (Ersatz) aus CO2Umwandlung von CO2 in Dimethylether (DME), einen Dieselersatz, mit einem Verfahren, bei dem Wasser als Nebenprodukt adsorbiert wird, um das Reaktionsgleichgewicht zu verschieben. |
| • | UP Catalyst (Estland): Grafit aus CO2Grafit und Kohlenstoffnanoröhren werden bei deutlich niedrigeren Temperaturen und einem um 50 % geringeren Energiebedarf als bei herkömmlichen Verfahren hergestellt. Dazu wird eine Schmelzsalz-CO2-Abscheidung mit einer elektrochemischen Umwandlung kombiniert. Beide Verfahren zusammen werden als „molten salt carbon capture and electrochemical transformation (MSCC-EC)” bezeichnet. |
Die prämierten Projekte zeigen, dass die Nutzung von CO2 als Rohstoff für Chemikalien und Kraftstoffe immer realistischere und vielversprechendere neue Technologien hervorbringt.
Weitere Informationen
VDI energie + umwelt: Neue Projekte, CO2 gewinnbringend zu verwerten (15.04.2025)
VDI energie + umwelt: Neue Projekte, CO2 gewinnbringend zu verwerten (15.04.2025)
VDI energie + umwelt: Chemikalien aus Hüttengasen (27.05.2025)
2 Analyse Tool für PVT-Kollektoren im Wärmepumpensystem
PVT-Anlagen, auch als Photovoltaik-Thermie-Anlagen oder Solar-Hybridkollektoren bekannt, stellen eine vielversprechende Technologie im Bereich der erneuerbaren Energien dar. Diese Systeme kombinieren Photovoltaik (PV) und Solarthermie in einem einzigen Modul, um sowohl Strom als auch Wärme zu erzeugen. Die Oberseite des Kollektors besteht aus Solarzellen, die Sonnenlicht in elektrischen Strom umwandeln. Auf der Rückseite des PV-Moduls befindet sich ein Wärmetauscher, meist in Form eines Rohrregisters. Durch dieses fließt ein Wärmeträgermedium, das die Abwärme der PV-Module und Umgebungswärme aufnimmt, und sie einer Sole-Wärmepumpe zur Verfügung stellt. Der Solarstrom kann zum Betrieb der Wärmepumpe oder im Haushalt verwendet werden. So lässt sich ein Wirkungsgrad von 60–70 % der auftreffenden Solarenergie erzielen.
Als Energiequelle für Wärmepumpen sind PVT-Kollektoren bislang wenig verbreitet. Dass diese Kombination bei der Effizienz und Wirtschaftlichkeit mit etablierten Varianten mithalten kann, zeigt ein neues, öffentlich zugängliches Tool, entwickelt von Bharat Chhugani, Wissenschaftler beim Institut für Solarenergieforschung Hameln (ISFH). Im ersten Schritt können sechs verschiedene Systemvarianten ausgewählt werden:
Sole-Wasser-Wärmepumpe mit
| • | PVT |
| • | Erdwärmesonde |
| • | PVT + Erdwärmesonde (im folgenden Vergleich nicht enthalten) |
| • | PV + Erdwärmesonde (im folgenden Vergleich nicht enthalten) |
sowie eine reine Luftwärmepumpe und eine Luftwärmepumpe in Kombination mit PV.
Der auf der Webseite vorgestellte Vergleich basiert auf folgenden Eckdaten: Bestandsgebäude mit einem jährlichen Heizwärmebedarf von 108 kWh/m2. Für die BEG-Förderung wurde der Basissatz von 35 Prozent für erdgekoppelte Solewärmepumpen und 30 Prozent für Luftwärmepumpen und PVT-Solewärmepumpen angesetzt jeweils bis zu maximalen Investitionskosten von 30.000 Euro. Die Energiegestehungskosten sind ein Mischpreis zwischen Kilowattstunden Wärme und Strom.
Wichtige Ergebnisse:
| • | PVT + Wärmepumpensysteme erreichen die besten Jahresarbeitszahlen-Netz mit 4,16. Hier wird der PV-Stromanteil berücksichtigt, der direkt in der Wärmepumpe genutzt wird und den Netzstrombezug reduziert. |
| • | Die Kombination Erdwärmesonde + Wärmepumpe weist mit 4.569 kWhel den niedrigsten jährlichen Strombedarf für die Wärmepumpe auf. |
| • | Die jährlichen Betriebskosten sind bei der PVT + Wärmepumpenvariante mit 3.174 Euro am günstigsten. Als durchschnittlicher Standardpreis für Wärmepumpen- und Haushaltsstrom ist im Tool 30 ct/kWh brutto voreingestellt. |
| • | Die Energiegestehungskosten, die Investitionskosten und Betriebskosten für Wärme und Strom über 20 Jahre einschließen, sind bei den Varianten PVT + Solewärmepumpe und PV + Luftwärmepumpe mit 20,3 ct/kWh am niedrigsten. Die anderen beiden Varianten liegen ca. 2,7ct/kWh höher. |
Recherchen zeigen, dass für die Wirtschaftlichkeitsbewertung die Annuitätenmethode nach VDI 2067 verwendet wird. Es ist interessant, dass die heutige Standardlösung Luftwärmepumpe mit PV langfristig genauso gut abschneidet wie die PVT mit Sole-Wärmepumpe. Sollten die PVT-Kollektoren aufgrund von automatisierter Fertigung und höheren Absatzzahlen günstiger werden, so könnten sie eine echte Alternative werden.
Weitere Informationen
BMWK: Photovoltaisch-thermische (PVT) Kollektoren im Wärmepumpensystem – Wärmepumpen: Tool vergleicht Energieeffizienz und Kosten (05.12.2024)
BMWK: Photovoltaisch-thermische (PVT) Kollektoren im Wärmepumpensystem – Wärmepumpen: Tool vergleicht Energieeffizienz und Kosten (05.12.2024)
3 PCM in Kühldecke und Wärmespeicher – was gilt es zu beachten?
Phase Change Materials (PCM), auch Latentwärmespeicher genannt, sind Stoffe, die bei einem Phasenübergang große Mengen thermischer Energie speichern oder freisetzen können. Beim Schmelzen nimmt das Material viel Wärmeenergie auf, ohne dass sich die Temperatur erhöht, bis es vollständig geschmolzen ist. Beim Erstarren wird die gespeicherte Wärme wieder abgegeben.
PCM sind für viele Anwendungen in Gebäuden interessant. Allerdings gibt es bisher nur wenige Büro- oder Wohngebäude, in denen sie zum Einsatz kommen. Wissenschaftler des Bayerischen Zentrums für Angewandte Energieforschung ZAE haben die Gründe dafür untersucht. Die Ergebnisse liegen nun vor.
Im Projekt wurden sieben PCM-Systeme in unterschiedlichen Entwicklungsstadien untersucht und durch Monitoring im realen Einsatz bewertet:
| • | hinterlüftete PCM-Kühldecke (Forschungsinstallation), |
| • | PCM-Kompaktspeicher zur Belüftung von Büroräumen (Prototypeninstallation), |
| • | PCM-Brüstungsmodule zur Belüftung von Büroräumen (Forschungsinstallation), |
| • | Energiespeicherhaus mit PCM-haltigem Estrich (Forschungsinstallation), |
| • | wasserdurchströmte PCM-Kühldecke mit vertikalen Lamellen (kommerzielle Installation), |
| • | Comfortboards (PCM-haltige Gipskartonplatte) in Wänden und Decken zur passiven Raumkühlung (kommerzielle Installation), Vergleich von zwei neugebauten Kindergärten (mit und ohne PCM) |
| • | modularer PCM-Wärmespeicher für Wohngebäude (Prototypeninstallation) |
Bei den luftgeführten PCM-Systemen zur Raumkühlung wurden für das Lüftungssystem mit PCM-Kompaktspeichern mittlere Arbeitszahlen (EER) von 4 bis 7 gemessen. Dabei begrenzte das PCM die Raumlufttemperaturen in der untersuchten Sommerperiode auf maximal 26 °C. Bei den PCM-Brüstungsmodulen wurden sogar EER von bis zu 10 gemessen, allerdings bei teilweise höheren Raumtemperaturen.
Voraussetzung für diese hohe Effizienz ist immer, dass die kühle Nachtluft, die zur Regeneration des PCM verwendet wird, nach Durchströmen des PCM-Speichers dem Raum zugeführt wird. Damit wird das Restpotenzial der noch kühlen Luft zur nächtlichen Raumkühlung genutzt.
Während bei luftgeführten Systemen die Regeneration des PCM durch die Temperaturen der Außenluft begrenzt wird, sind aktive PCM-Systeme wie die im Projekt untersuchten wasserdurchströmten PCM-Kühldecken deutlich flexibler einsetzbar und erlauben PCM mit niedrigeren Schmelztemperaturen und somit höhere Kühlleistungen. Im Idealfall erfolgt die Kühlung tagsüber rein passiv durch das PCM, der aktive Betrieb dient der Regeneration in der Nacht.
PCM-Systeme zur Gebäudeheizung können in Kombination mit regenerativen Energiequellen wie etwa PV sowie Wärmepumpen zur Power-to-Heat-Nutzung eingesetzt werden. Wird das PCM in Gebäudebauteile wie Estrich integriert, muss eine entsprechend hohe PCM-Beladung erreicht werden, um signifikante Speichereffekte zu ermöglichen.
PCM-Speicher zur Gebäudeheizung ermöglichen deutlich höhere Speicherdichten als reine Wasserspeicher, wodurch der Platzbedarf dieser Speicher reduziert wird. Der im Projekt untersuchte modulare PCM-Wärmespeicher für Wohngebäude nutzt die gezielte Unterkühlung des PCM, um Wärme über mehrere Tage nahezu verlustfrei zu speichern. Im Projekt konnte eine Zuverlässigkeit der unterkühlten Schmelze von 80 % erreicht werden.
Das Projekt hat gezeigt, dass PCM-Systeme sehr energieeffizient sein können, wenn sie fachgerecht installiert und betrieben werden. Darüber hinaus wurde deutlich, dass PCM-Systeme unter bestimmten Rahmenbedingungen wirtschaftlich sein können.
Um beides zu erreichen, müssen entsprechend optimierte Regelstrategien sowie eine sachgerechte Inbetriebnahme der PCM-Systeme idealerweise mit angeschlossener Monitoringphase umgesetzt werden. Im Projekt konnten die Beteiligten die PCM-Systeme der Industriepartner sinnvoll weiterentwickeln und in Form von Pilotobjekten als Referenzanlagen umsetzen. Darüber hinaus wurden die Grundlagen für die Entwicklung neuer, kostengünstiger PCM-Verkapselungen gelegt.
Weitere Informationen
BMWK: Phase Change Materials in Gebäuden – Flexibel einsetzbar: PCM in Kühldecke und Wärmespeicher (19.11.2024)
BMWK: Phase Change Materials in Gebäuden – Flexibel einsetzbar: PCM in Kühldecke und Wärmespeicher (19.11.2024)
HLH: Hybrid-Wärmespeicher mit Wasser und PCM-Granulat (07.01.2020)
Baunetzwissen: Phase Change Material
4 Konzentrierende Solarthermie – Stromerzeugung, auch wenn die Sonne nicht scheint
Mithilfe von Spiegeln, konzentriertem Sonnenlicht und einem thermischen Speicher kann aus Sonnenlicht rund um die Uhr Strom erzeugt werden. „Concentrated Solar Power”, kurz CSP, heißt das Verfahren. Die Technologie ist ausgereift und blickt auf eine globale Erfolgsgeschichte von mehr als drei Jahrzehnten zurück. Mehr als 6,6 Gigawatt Leistung aus CSP-Kraftwerken sind weltweit installiert.
Concentrated Solar Power (CSP)
Das Hauptprodukt von CSP-Anlagen ist Wärme, die durch die Konzentration des Sonnenlichts gewonnen wird. Die Wärme kann direkt genutzt oder über Wärmetauscher einem Wasser-Dampf-Kreislauf zugeführt werden, in dem mittels Dampfturbinen Strom erzeugt wird. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, die Wärme zu speichern (z. B. in flüssigen Salzen), um sie nachts in Strom umzuwandeln. Zunehmend bedeutsam werden Hybridkraftwerke, in denen solarthermische Kraftwerke mit PV oder anderen Technologien gekoppelt werden: Während der Sonnenstunden liefern PV-Kraftwerke günstigen Solarstrom. Gleichzeitig speisen CSP-Kraftwerke die Wärme in thermische Speicher ein. Nach Sonnenuntergang steht diese dann für die Stromerzeugung bereit. Durch die Kombination der beiden Solartechnologien kann insbesondere in sonnenreichen Regionen regelbarer und preisgünstiger Grünstrom erzeugt werden.
Das Hauptprodukt von CSP-Anlagen ist Wärme, die durch die Konzentration des Sonnenlichts gewonnen wird. Die Wärme kann direkt genutzt oder über Wärmetauscher einem Wasser-Dampf-Kreislauf zugeführt werden, in dem mittels Dampfturbinen Strom erzeugt wird. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, die Wärme zu speichern (z. B. in flüssigen Salzen), um sie nachts in Strom umzuwandeln. Zunehmend bedeutsam werden Hybridkraftwerke, in denen solarthermische Kraftwerke mit PV oder anderen Technologien gekoppelt werden: Während der Sonnenstunden liefern PV-Kraftwerke günstigen Solarstrom. Gleichzeitig speisen CSP-Kraftwerke die Wärme in thermische Speicher ein. Nach Sonnenuntergang steht diese dann für die Stromerzeugung bereit. Durch die Kombination der beiden Solartechnologien kann insbesondere in sonnenreichen Regionen regelbarer und preisgünstiger Grünstrom erzeugt werden.
Vorreiter China
Die Internationale Energieagentur (IEA) schätzt, dass CSP-Kraftwerke in 25 Jahren rund 400 Gigawatt (GW) Energie erzeugen könnten. China hat CSP zu einem Schlüsselelement seiner Energiewende erklärt und ist auf dem besten Weg, weltweit führend zu werden. Derzeit sind dort Anlagen mit einer Gesamtleistung von rund 600 MW in Betrieb. Damit liegt China zwar hinter Dubai und Spanien, die mit 2,3 Gigawatt derzeit die größten CSP-Kapazitäten aufweisen. Doch die chinesischen Pläne sind ehrgeizig: In den nächsten Jahren sollen 42 Hybridkraftwerke mit einer Gesamtleistung von 4,5 GW gebaut werden, zehn davon bis 2025. Weltweit sind außerhalb Chinas erst acht Projekte im Bau.
Die Internationale Energieagentur (IEA) schätzt, dass CSP-Kraftwerke in 25 Jahren rund 400 Gigawatt (GW) Energie erzeugen könnten. China hat CSP zu einem Schlüsselelement seiner Energiewende erklärt und ist auf dem besten Weg, weltweit führend zu werden. Derzeit sind dort Anlagen mit einer Gesamtleistung von rund 600 MW in Betrieb. Damit liegt China zwar hinter Dubai und Spanien, die mit 2,3 Gigawatt derzeit die größten CSP-Kapazitäten aufweisen. Doch die chinesischen Pläne sind ehrgeizig: In den nächsten Jahren sollen 42 Hybridkraftwerke mit einer Gesamtleistung von 4,5 GW gebaut werden, zehn davon bis 2025. Weltweit sind außerhalb Chinas erst acht Projekte im Bau.
Situation in Mitteleuropa
Auch wenn die Stromerzeugung aus Solarthermie hierzulande nicht wirtschaftlich ist, weil die Sonneneinstrahlung häufig durch Wolken abgeschwächt wird, kann CSP nach Einschätzung des Bundesverbands Solarwirtschaft (BSW) eine zentrale Rolle bei der Wärmewende in Deutschland spielen. Etwa die Hälfte des Wärmebedarfs für industrielle Prozesse liege im Temperaturbereich bis 400 °C. CSP könne diese Wärme auch in Mitteleuropa liefern und damit auch den Bedarf an Grünstrom für die Wärmeerzeugung reduzieren, so der Verband. In Dänemark und Belgien beispielsweise werden CSP-Kraftwerke in jüngster Zeit verstärkt zur Bereitstellung von Prozesswärme eingesetzt. Das Problem: Eine noch unzureichende CO2-Bepreisung mache den Umstieg auf alternative Wärmeerzeuger noch nicht attraktiv genug. Auch die zuletzt stark gesunkenen Gaspreise bremsen laut BSW den Ausbau von CSP zur Wärmeerzeugung. Hinzu käme, dass die Technologie bei der Ausgestaltung von Regularien und Fördermechanismen oft schlicht übersehen werde. Auch im neuen Bundeshaushalt seien keine neuen Mittel vorgesehen, um den Markthochlauf zu beschleunigen. Die Planungsdaten und die regionalen Einschätzungen wurden dem Handelsblattartikel entnommen.
Auch wenn die Stromerzeugung aus Solarthermie hierzulande nicht wirtschaftlich ist, weil die Sonneneinstrahlung häufig durch Wolken abgeschwächt wird, kann CSP nach Einschätzung des Bundesverbands Solarwirtschaft (BSW) eine zentrale Rolle bei der Wärmewende in Deutschland spielen. Etwa die Hälfte des Wärmebedarfs für industrielle Prozesse liege im Temperaturbereich bis 400 °C. CSP könne diese Wärme auch in Mitteleuropa liefern und damit auch den Bedarf an Grünstrom für die Wärmeerzeugung reduzieren, so der Verband. In Dänemark und Belgien beispielsweise werden CSP-Kraftwerke in jüngster Zeit verstärkt zur Bereitstellung von Prozesswärme eingesetzt. Das Problem: Eine noch unzureichende CO2-Bepreisung mache den Umstieg auf alternative Wärmeerzeuger noch nicht attraktiv genug. Auch die zuletzt stark gesunkenen Gaspreise bremsen laut BSW den Ausbau von CSP zur Wärmeerzeugung. Hinzu käme, dass die Technologie bei der Ausgestaltung von Regularien und Fördermechanismen oft schlicht übersehen werde. Auch im neuen Bundeshaushalt seien keine neuen Mittel vorgesehen, um den Markthochlauf zu beschleunigen. Die Planungsdaten und die regionalen Einschätzungen wurden dem Handelsblattartikel entnommen.
YouTube: Solar Power at Night using Concentrated Solar Power CSP – Engineering with Rosie (English) (03/2023)
BSW Solar : Concentrated Solar Power (CSP)
5 Druckluftheizkraftwerke (DHKW) – was sind das?
Im Gegensatz zu einem klassischen Blockheizkraftwerk erzeugt das DHKW keinen Strom, sondern Druckluft. Dazu wird ein Erdgasmotor mit einem direkt angetriebenen Druckluftkompressor verbunden. Durch den Verdichtungsprozess der Luft wird die gesamte mechanische Leistung des Gasmotors in Wärme umgewandelt. Diese thermische Energie stellt die erste Stufe der Wärmenutzung dar. Darüber hinaus wird die Wärme aus der Motorkühlung sowie aus dem Abgas vollständig genutzt. Im Vergleich zur getrennten Erzeugung von Druckluft und Wärme werden die CO2-Emissionen um 42 % reduziert. Auch wirtschaftlich ist diese Lösung im Vergleich zur getrennten Erzeugung interessant. Auf Basis durchschnittlicher Industriepreise für Strom und Erdgas ergibt sich eine Amortisationszeit von weniger als 2,5 Jahren.
Ein Anbieter auf dem deutschen Markt ist die altAIRnative GmbH. Sie hat sich zum Ziel gesetzt, die Druckluft-Wärme-Kälte-Versorgung für Industriekunden zu revolutionieren. Zum einen bietet sie selbst entwickelte und in eigener Produktion hergestellte modulare DHKW (Druckluftheizkraftwerke) in verschiedenen, für die Industrie sehr interessanten Leistungsgrößen an. Die Druckluft wird wahlweise ölgeschmiert oder ölfrei erzeugt und bereitgestellt. Zum anderen integriert die altAIRnative GmbH diese hochinnovativen Komponenten als Bestandteil ganzheitlicher Systemlösungen bei ihren Kunden.
6 Klimaneutrales Kühlen mit Erdkühlern
99 % Kostenreduktion beim Kühlen von industriellen Anlagen, das verspricht TerraCool. Das System macht die Kühlwirkung des Bodens für Unternehmen wirtschaftlich nutzbar. Das Herzstück der TerraCool-Technologie ist ein patentierter Wärmetauscher. Je nach Beschaffenheit des Bodens und des Leistungsbedarfs können pro Erdkühler (Hochleistungsenergiepfahl) Kühlleistungen von bis zu 143 kW Kühlleistung bereitgestellt werden.
7 Kettenloser Antrieb für E-Cargo-Bikes
Free Drive
In Großstädten sieht man sie immer häufiger: Elektrische Lastenräder sorgen dafür, dass Lebensmittel, Postsendungen und Medikamente schnell und klimaschonend transportiert werden. Schaeffler hat dafür gemeinsam mit der Heinzmann GmbH & Co. KG, einem Spezialisten für innovative Zweirad-E-Antriebe, das kettenlose Antriebssystem Free Drive entwickelt. Nun gehen erste Cargo-Bike-Flotten damit an den Start. Mit dem Free Drive setzt das Unternehmen auf einen stetig wachsenden Markt. Im Jahr 2021 wurden mit elektrischen Lastenrädern weltweit 630 Millionen US-Dollar umgesetzt, neun Prozent mehr als noch im Vorjahr. Bis 2032 soll der Markt auf 2,14 Milliarden US-Dollar anwachsen [1].
In Großstädten sieht man sie immer häufiger: Elektrische Lastenräder sorgen dafür, dass Lebensmittel, Postsendungen und Medikamente schnell und klimaschonend transportiert werden. Schaeffler hat dafür gemeinsam mit der Heinzmann GmbH & Co. KG, einem Spezialisten für innovative Zweirad-E-Antriebe, das kettenlose Antriebssystem Free Drive entwickelt. Nun gehen erste Cargo-Bike-Flotten damit an den Start. Mit dem Free Drive setzt das Unternehmen auf einen stetig wachsenden Markt. Im Jahr 2021 wurden mit elektrischen Lastenrädern weltweit 630 Millionen US-Dollar umgesetzt, neun Prozent mehr als noch im Vorjahr. Bis 2032 soll der Markt auf 2,14 Milliarden US-Dollar anwachsen [1].
Schaeffler und Heinzmann hatten das innovative Antriebssystem im Sommer 2021 vorgestellt und seither stetig weiterentwickelt. Nach erfolgreichen Feldtests im vergangenen Jahr startet nun die Produktion für erste Fahrzeugflotten. Zudem baut Schaeffler die Fertigungskapazitäten kontinuierlich aus. Erster Kunde des Antriebs mit hocheffizienter Kraftübertragung ist die CIP Mobility GmbH. Mit den mocci Smart Pedal Vehicles setzt das Unternehmen neue Maßstäbe für gewerbliche Mobilität im urbanen Raum und in Industriegebieten. Als innovative Mikromobilitätsplattform entwickelt, bricht mocci mit vielen Konventionen der existierenden Industrien und vereint smarte Hardware, smarte Software und innovative Materialien.
Keine Kette, kein Verschleiß
Der Free Drive ist ein optimal aufeinander abgestimmtes Antriebssystem bestehend aus Pedalgenerator, Antriebsmotor, kundenspezifischen Batterielösungen und Human-Machine-Interface (HMI). Herzstück ist der innovative Pedalgenerator von Schaeffler. Er erzeugt beim Treten einen gleichmäßigen Widerstand und liefert die Energie für einen Elektromotor am Hinterrad. Der Generator ist so konzipiert, dass beim Treten deutlich weniger Muskelkraft benötigt wird als bei klassischen Kettenantrieben. Überschüssige Energie wird im Akku gespeichert und bei Bedarf für den Antrieb genutzt. Insgesamt liefert der Free Drive eine Antriebsleistung von 250 Watt. Dieser serielle Hybridantrieb für Fahrräder kommt ohne mechanische Antriebskomponenten wie Kette, Zahnkränze, Ritzel oder Riemen aus. Weniger mechanische Teile bedeuten auch einen geringeren Verschleiß und eine seltenere Wartung. Und verschmutzte Hosenbeine gehören damit endlich der Vergangenheit an.
Der Free Drive ist ein optimal aufeinander abgestimmtes Antriebssystem bestehend aus Pedalgenerator, Antriebsmotor, kundenspezifischen Batterielösungen und Human-Machine-Interface (HMI). Herzstück ist der innovative Pedalgenerator von Schaeffler. Er erzeugt beim Treten einen gleichmäßigen Widerstand und liefert die Energie für einen Elektromotor am Hinterrad. Der Generator ist so konzipiert, dass beim Treten deutlich weniger Muskelkraft benötigt wird als bei klassischen Kettenantrieben. Überschüssige Energie wird im Akku gespeichert und bei Bedarf für den Antrieb genutzt. Insgesamt liefert der Free Drive eine Antriebsleistung von 250 Watt. Dieser serielle Hybridantrieb für Fahrräder kommt ohne mechanische Antriebskomponenten wie Kette, Zahnkränze, Ritzel oder Riemen aus. Weniger mechanische Teile bedeuten auch einen geringeren Verschleiß und eine seltenere Wartung. Und verschmutzte Hosenbeine gehören damit endlich der Vergangenheit an.
Weitere Informationen
Flottenstart für den kettenlosen Antrieb für E-Cargo-Bikes von Schaeffler, Homepage Schaeffler Deutschland, 15.02.2023
Flottenstart für den kettenlosen Antrieb für E-Cargo-Bikes von Schaeffler, Homepage Schaeffler Deutschland, 15.02.2023
8 Kontaktloses Laden von E-Fahrzeugen – die Lösung für das Reichweitenproblem?
Drahtloses Laden – oder auch „wireless power transfer (WPT)” – könnte in naher Zukunft ein Laden während der Fahrt ermöglichen und damit die Reichweiten zwischen den stationären Ladevorgängen deutlich verlängern. Aktuell kann dies auf Versuchsstrecken gezeigt werden, aber es wird noch einige Jahre dauern, bis die Standards und die entsprechende Infrastruktur geschaffen sind.
Induktives Laden
Dennoch hat das induktive Laden von Elektrofahrzeugen in den letzten Jahren deutliche Fortschritte gemacht und Nachrüstungen sind möglich. Bis zu 22 kW können heute schon ohne Probleme kontaktlos übertragen werden (bei einer Resonanzfrequenz von z. B. 85 kHz). Dazu wird zum einen eine Sendespule in die Straße/den Stellplatz integriert, zum anderen eine Empfängerspule in das Fahrzeug eingebaut. Zum Laden fährt der Fahrer über die Sendespule und der Ladevorgang beginnt. Es werden drei Einsatzfelder unterschieden:
Dennoch hat das induktive Laden von Elektrofahrzeugen in den letzten Jahren deutliche Fortschritte gemacht und Nachrüstungen sind möglich. Bis zu 22 kW können heute schon ohne Probleme kontaktlos übertragen werden (bei einer Resonanzfrequenz von z. B. 85 kHz). Dazu wird zum einen eine Sendespule in die Straße/den Stellplatz integriert, zum anderen eine Empfängerspule in das Fahrzeug eingebaut. Zum Laden fährt der Fahrer über die Sendespule und der Ladevorgang beginnt. Es werden drei Einsatzfelder unterschieden:
| • | stationär über einen Ladepunkt, z. B. im Parkhaus |
| • | semidynamisch – Halten und Rollen im Verkehr (z. B. Taxis) |
| • | dynamisch – Fahren auf der Autobahn über spezielle Ladespuren |
Vorteile
Neben dem höheren Bedienkomfort bieten kabellose Ladesysteme eine Reihe von weiteren Vorteilen. So können die Ladeplatten vollständig in einen Parkplatzboden integriert werden und sind so vor Vandalismus deutlich besser geschützt als kabelgebundene Systeme. Durch das Fehlen des mechanischen Verschleißes benötigen induktive Ladesysteme weniger Wartung. Außerdem können sie gegenüber äußeren Einflüssen (Regen, Wind, Eis, Staub) besser geschützt. werden, da keine zugänglichen elektrischen Kontakte erforderlich sind.
Neben dem höheren Bedienkomfort bieten kabellose Ladesysteme eine Reihe von weiteren Vorteilen. So können die Ladeplatten vollständig in einen Parkplatzboden integriert werden und sind so vor Vandalismus deutlich besser geschützt als kabelgebundene Systeme. Durch das Fehlen des mechanischen Verschleißes benötigen induktive Ladesysteme weniger Wartung. Außerdem können sie gegenüber äußeren Einflüssen (Regen, Wind, Eis, Staub) besser geschützt. werden, da keine zugänglichen elektrischen Kontakte erforderlich sind.
Beispiele
Durch das kabellose Laden wird die Automatisierung des Ladevorgangs möglich, sodass der Akku jederzeit z. B. auf innerstädtischen Parkplätzen, vor Ampeln oder auf ausgewählten Straßenabschnitten automatisch geladen werden kann. Gerade die letzten Maßnahmen sind maßgeblich dazu geeignet, die Reichweite zu erhöhen. Auch der Wirkungsgrad kann vergleichbare Werte wie kabelgebundene Ladesysteme erreichen. Einige der unten aufgeführten Links führen zu Videos, die die Funktionsweise sowie aktuelle Beispiele zeigen (z. B. Taxistand am Kölner Hauptbahnhof).
Durch das kabellose Laden wird die Automatisierung des Ladevorgangs möglich, sodass der Akku jederzeit z. B. auf innerstädtischen Parkplätzen, vor Ampeln oder auf ausgewählten Straßenabschnitten automatisch geladen werden kann. Gerade die letzten Maßnahmen sind maßgeblich dazu geeignet, die Reichweite zu erhöhen. Auch der Wirkungsgrad kann vergleichbare Werte wie kabelgebundene Ladesysteme erreichen. Einige der unten aufgeführten Links führen zu Videos, die die Funktionsweise sowie aktuelle Beispiele zeigen (z. B. Taxistand am Kölner Hauptbahnhof).
Standardisierung steht noch aus
Der Grund, warum die marktreife Technik noch nicht in Serie produziert wird, liegt in der fehlenden Standardisierung, so Dr. Effenberger in einem aktuellen Podcast. Interoperabilität ist aber notwendig, um jedem diskriminierungsfrei Zugang zu diesen Systemen zu ermöglichen. Die Normung ist jedoch schon weit fortgeschritten (s. Kasten). Effenberger schätzt, dass es nach Etablierung des Stands der Technik durch die Normung noch ca. 3–4 Jahre dauern wird, bis das induktive Laden serienmäßig in Fahrzeugen zu finden ist.
Der Grund, warum die marktreife Technik noch nicht in Serie produziert wird, liegt in der fehlenden Standardisierung, so Dr. Effenberger in einem aktuellen Podcast. Interoperabilität ist aber notwendig, um jedem diskriminierungsfrei Zugang zu diesen Systemen zu ermöglichen. Die Normung ist jedoch schon weit fortgeschritten (s. Kasten). Effenberger schätzt, dass es nach Etablierung des Stands der Technik durch die Normung noch ca. 3–4 Jahre dauern wird, bis das induktive Laden serienmäßig in Fahrzeugen zu finden ist.
Auch wenn das kontaktlose Laden das kabelgebundene nicht ersetzen wird, so wird es viele Situationen geben, wo induktives Laden eindeutige Vorteile hat, und sich durchsetzen wird. Auch das dynamische Laden wird kommen, insbesondere im Zusammenspiel mit dem autonomen Fahren. Neben der Lösung praktischer Fragen wie z. B. der Abrechnung muss die entsprechende Straßeninfrastruktur geschaffen werden.
Kontaktlose Energieübertragungssysteme (Wireless Power Transfer – WPT) für Elektrofahrzeuge
| Teil 1: | Allgemeine Anforderungen (2020) |
| Teil 2: | Besondere Anforderungen für die Kommunikation zwischen Elektrostraßenfahrzeug (EV) und Infrastruktur (2019) (Revision 6/23 erwartet) |
| Teil 3: | Spezifische Anforderungen für die kontaktlosen Energieübertragungssysteme mit Magnetfeld (2022) |
| Teil 4: | Interoperabilität und Sicherheit der kontaktlosen Energieübertragung mit hoher Leistung (H-WPT) für Elektrofahrzeuge (erwartet 4/24) |
| Teil 5: | Interoperabilität und Sicherheit der dynamischen kontaktlosen Energieübertragung (D-WPT) für Elektrofahrzeuge (in Planung) |
| Teil 6: | Kommunikationsanforderungen der dynamischen kontaktlosen Energieübertragung (D-WPT) für Elektrofahrzeuge (in Planung) |
Weitere Informationen
Universität Stuttgart – Institut für Elektrische Energiewandlung (iew): Induktives Laden von Elektrofahrzeugen
Universität Stuttgart – Institut für Elektrische Energiewandlung (iew): Induktives Laden von Elektrofahrzeugen
INTIS: Induktives Laden & Autonomes Fahren gehen Hand in Hand inkl. Link zu einem Podcast mit dem INTIS-Geschäftsführer Dr. Ralf Effenberger (25.12.2022)
VDE Verlag: DIN EN IEC 61980-1 VDE 0122-10-1:2021-09 Kontaktlose Energieübertragungssysteme (WPT) für Elektrofahrzeuge. Teil 1: Allgemeine Anforderungen (IEC 61980-1:2020); Deutsche Fassung EN IEC 61980-1:2021
9 Weltneuheit: Hydrogenious beliefert Wasserstofftankstelle in Erlangen mit flüssigen organischen Wasserstoffträgern (sog. Liquid Organic Hydrogen Carriers – LOHC)
Anfang Juli 2022 ist in Erlangen (Henri-Dunant-Straße 2) eine besondere Wasserstofftankstelle in Betrieb gegangen. Die neue Station vom Betreiber H2 Mobility bietet Wasserstoff in den zwei gewohnten Druckstufen von 350 und 700 bar – die Besonderheit ist die Wasserstoffspeicherung vor Ort.
Die bisher vorherrschenden Wasserstofftankstellen, die ausschließlich mit komprimiertem Wasserstoff versorgt werden, haben einen hohen Platzbedarf. Bei Flüssigwasserstofftankstellen (Lagerung bei -253 °C) ist dieser geringer, jedoch treten bei längerer Lagerdauer Wasserstoffverluste auf. Eine zukunftsfähige Lösung auf kleinem Raum und mit besonders sicherem, einfachem Handling des Wasserstoffs zeigt jetzt die weltweit erste Wasserstofftankstelle, die zusätzlich die LOHC-Technologie von Hydrogenious nutzt. Das im Stadtgebiet installierte System des LOHC-Marktführers sorgt für die Freisetzung der im LOHC chemisch gebundenen Wasserstoffmoleküle. Einer der überzeugenden Vorteile des dabei verwendeten Wasserstoffträgermaterials Benzyltoluol ist, dass für die Lagerung nur herkömmliche Erdtanks für flüssige Kraftstoffe benötigt werden, die platzsparend direkt unter der Freisetzungsanlage installiert werden.
Wie funktioniert's?
Ausgangspunkt ist die Erzeugung von Solarstrom über eine PV-Anlage und dessen Umwandlung in grünen Wasserstoff über einen PEM-Elektrolyseur am Hauptsitz von Hydrogenious in Erlangen. Daran schließt sich direkt die Speicherung des Wasserstoffs im LOHC an. Ein konventioneller Tankwagen transportiert den flüssigen Wasserstoffträger (LOHC) dann zur neuen Erlanger Wasserstofftankstelle, wo er in unterirdischen Tanks (je 30 m³) gelagert wird. Pro Tank stehen so 1.500 Kilogramm Wasserstoff zur Verfügung. Derart große Wasserstoffspeichermengen sind an Druckwasserstofftankstellen noch nicht üblich. Über die an die unterirdischen Tanks angeschlossene Freisetzungsanlage wird so grüner Wasserstoff mit höchstem Reinheitsgrad (nach DIN EN 17124 bzw. ISO 14687) als Fahrzeugkraftstoff zur Verfügung gestellt.
Abb. 1: Benzyltoluol, durch Hydrierung mit 6 H2-Molekülen entsteht Perhydrobenzyltoluol, exotherme Reaktion (Wärmeenergie wird freigesetzt.)
Ausgangspunkt ist die Erzeugung von Solarstrom über eine PV-Anlage und dessen Umwandlung in grünen Wasserstoff über einen PEM-Elektrolyseur am Hauptsitz von Hydrogenious in Erlangen. Daran schließt sich direkt die Speicherung des Wasserstoffs im LOHC an. Ein konventioneller Tankwagen transportiert den flüssigen Wasserstoffträger (LOHC) dann zur neuen Erlanger Wasserstofftankstelle, wo er in unterirdischen Tanks (je 30 m³) gelagert wird. Pro Tank stehen so 1.500 Kilogramm Wasserstoff zur Verfügung. Derart große Wasserstoffspeichermengen sind an Druckwasserstofftankstellen noch nicht üblich. Über die an die unterirdischen Tanks angeschlossene Freisetzungsanlage wird so grüner Wasserstoff mit höchstem Reinheitsgrad (nach DIN EN 17124 bzw. ISO 14687) als Fahrzeugkraftstoff zur Verfügung gestellt.
Als LOHC setzt Hydrogenous Benzyltoluol ein (s. Abb. 1), ein gängiges Thermoöl. Pro Molekül lassen sich in einer katalytischen Hydrierung 6 Moleküle Wasserstoff binden. Die Reaktion ist exotherm, d. h., es wird Wärmeenergie freigesetzt, die genutzt werden kann. Die an der Tankstelle erforderliche Dehydrierung ist endotherm, d. h., es muss Energie aufgewendet werden (ca. 11 kWhth/kg H2 bei 300 °C, also ca. 1/3 der gespeicherten Wasserstoffenergie). An LOHC gebunden, kann Wasserstoff bei Umgebungsbedingungen gelagert werden, ohne dass Druck- oder Kryobehälter erforderlich sind. Außerdem ist Benzyltoluol schwer entflammbar, nicht explosiv und hat ein relativ geringes Gefährdungspotenzial.
In einem Artikel in der Zeitschrift Chemietechnik im Mai 2022 „Grünes Gas auf großer Fahrt” kommt der Autor zwar zu dem Fazit, dass Ammoniak das derzeit wettbewerbsfähigste Wasserstoffderivat mit dem technologisch höchsten Reifegrad für Transport und zur Lagerung von grünem Wasserstoff sei. LOHC habe aber Vorteile auf kurzen Strecken und bei cleverer Wärmeführung. Der Gründer und CEO von Hydrogenious LOHC Technologies, Dr. Daniel Teichmann, bei der Eröffnungsfeier: „Mit unserer LOHC-basierten Lösung können Wasserstofftankstellen einfach, sicher und flächenoptimiert mit Wasserstoff versorgt werden, insbesondere in dicht besiedelten, städtischen Gebieten. Mit dem Projekt H2Sektor legen wir den Grundstein für großflächige Wasserstofftankstellen, die insbesondere für Nutzfahrzeuge und die Betreiber großer wasserstoffbasierter Lkw- und Busflotten benötigt werden und unterstützen damit die Dekarbonisierung des Mobilitätssektors”. (Zitat übersetzt aus dem Englischen von der Webseite)
Hydrogenious LOHC Technologies and the LOHC Concept (YouTube-Video des Unternehmens vom 23.07.2019)
Wie funktioniert die LOHC-Technologie? (YouTube-Video vom Helmholtz-Institut Erlangen-Nürnberg vom 04.05.2021)
Aktueller Stand LOHC-Wasserstoffspeicher (Blogeintrag vom Forschungszentrum Jülich, 23.09.2021)
LOHC als Hoffnungsträger (Beitrag des Magazins HZwei vom 01.08.2022)
Grünes Gas auf großer Fahrt – Flüssiger Wasserstoff, Ammoniak oder LOHC – was spricht für welchen H2-Träger? (www.chemietechnik.de, 17.05.2022)
10 Li-Ionen-Stapler – bis zu 30 % effizienter
Interner Transport ist in vielen Betrieben mit einem nicht unerheblichen Energieverbrauch (und Kosten) verbunden. Eine einfache Möglichkeit diesen Verbrauch um 30 % zu senken, besteht darin, auf Li-Ionen-Akkus umzusteigen. Mit Li-Ionen angetriebene Flurförderfahrzeuge bieten darüber hinaus noch weitere Vorteile:
| • | Sie sind wartungsfrei – kein Umgang mit säurehaltigen Batterien, kein Nachfüllen von Wasser, kein Austausch von Batterien; |
| • | Sie erhöhen die Sicherheit – kein Entgasen von Wasserstoff und damit verbundener Knallgasbildung möglich (ein spezieller gut belüfteter Laderaum entfällt); |
| • | Leistungsfähig und nahezu immer einsatzbereit, da Pausen zum Nachladen genutzt werden können; |
| • | 2–4 mal so lange Lebensdauer wie herkömmliche Batterien; |
| • | Fast alle Anbieter halten auch Lösungen für Umgebungen mit tiefen Temperaturen (z. B. Kühlhäuser) oder erhöhten Temperaturen bereit. |
Da die Technologie ausgereift ist und das Thema Sicherheit bei allen Herstellern an oberster Stelle steht, bleiben als Nachteile lediglich die erhöhten Investitionskosten und ggf. die Aufrüstung der Ladeinfrastruktur. Neben den stark reduzierten Stromkosten müssen bei der Investitionsrechnung auch die anderen Vorteile zumindest qualitativ mit eingebracht werden. Für Vergleiche sollte die neue ISO 17463 zur Bewertung von energiebezogenen Investitionen (VALERI) genutzt werden (s. Kurznachricht Nr. 12 in 2/22).
Weitere Informationen unter:
MITSUBISHI Stapler Fokus: Wann sollten Sie den Einsatz von Lithium-Ionen-Batterien für Ihre Flurförderzeuge in Betracht ziehen? vom 13.11.2020
Linde Material Handling: Innovationen von Linde (mit guten Videos) – Energiesystem für die Intralogistik von heute und morgen – Li-Ion-Technologie von Linde
Jungheinrich: Lithium-Ionen-Batterien/Akkus
STILL: Lithium-Ionen-Technologie
11 Neues Solar-Wasserstoff-System realisiert Unabhängigkeit vom Wetter
Wetterunabhängig autark
Mit picea bietet die HPS Home Power Solutions GmbH in Berlin ein System, dass es Nutzern (im Standardfall Eigenheimbesitzern) ermöglicht, völlig unabhängig vom Wetter mit Solarenergie versorgt zu werden, also letztlich völlig autark zu sein. Neben der PV-Anlage nutzt picea zwei Speicherstufen, einen Kurzzeitspeicher über Batterien und einen Langzeitspeicher über Wasserstoff. Stromüberschüsse im Sommer werden in Wasserstoff umgewandelt, der dann im Winter über eine Brennstoffzelle wieder Strom erzeugt.
Mit picea bietet die HPS Home Power Solutions GmbH in Berlin ein System, dass es Nutzern (im Standardfall Eigenheimbesitzern) ermöglicht, völlig unabhängig vom Wetter mit Solarenergie versorgt zu werden, also letztlich völlig autark zu sein. Neben der PV-Anlage nutzt picea zwei Speicherstufen, einen Kurzzeitspeicher über Batterien und einen Langzeitspeicher über Wasserstoff. Stromüberschüsse im Sommer werden in Wasserstoff umgewandelt, der dann im Winter über eine Brennstoffzelle wieder Strom erzeugt.

