Zur Startseite
Zur Startseite

08014 Maximierung der Kesseleffizienz mit mehrstufiger HeatSpongeTM-Economiser-Technologie

Wie Sie mit smarter Wärmerückgewinnung die Effizienz Ihrer Dampfkessel steigern, Energiekosten senken und gleichzeitig die Umwelt schonen können
Industrielle Dampfkessel sind wahre Energiefresser – bis zu 30 % der eingesetzten Brennstoffenergie gehen oft ungenutzt als Abwärme verloren. Doch das muss nicht sein. Moderne Economiser-Technologien bieten eine innovative Lösung, um diese Energieverluste zu minimieren. Besonders mehrstufige Systeme ermöglichen es, nicht nur sensible (fühlbare) Wärme, sondern auch die oft ungenutzte latente Wärme aus Abgasen zurückzugewinnen.
Dieser Artikel zeigt Ihnen, wie Sie mit modularen mehrstufigen Economisern nicht nur Ihre Energiekosten senken, sondern auch gesetzliche Vorgaben zur Energieeffizienz erfüllen können. Erfahren Sie, wie diese Systeme funktionieren, welche Vorteile sie bieten und wie sie sich in der Praxis bewähren.
von:
Schnelleinstieg ins Thema: Drei wichtige Fragen, auf die dieser Beitrag eine Antwort gibt
Frage 1: Wie können Unternehmen die Energieverluste bei industriellen Dampfkesseln reduzieren?
Antwort: Durch den Einsatz moderner mehrstufiger Economiser-Technologien können sensible und latente Wärme aus Abgasströmen zurückgewonnen werden. Dies reduziert Energieverluste und steigert die Kesseleffizienz erheblich.
Weitere Informationen dazu siehe Abschnitt 7.
Frage 2: Welche Vorteile bieten modulare Economiser-Designs gegenüber konventionellen Systemen?
Antwort: Modulare Economiser ermöglichen eine einfachere Wartung durch austauschbare Rohrelemente, reduzieren thermische Spannungen und senken die Installationskosten durch kompakte, vorisolierte Konstruktionen. Sie sind zudem flexibel an bestehende Anlagen anpassbar.
Weitere Informationen dazu siehe Abschnitt 6.
Frage 3: Warum ist die Rückgewinnung latenter Wärme so wichtig für die Energieeffizienz?
Antwort: Latente Wärme macht einen erheblichen Anteil der Energieverluste aus. Durch kontrollierte Teilkondensation in mehrstufigen Economisern kann diese Energie zurückgewonnen werden, was den Kesselwirkungsgrad um bis zu 8 % steigert.
Weitere Informationen dazu siehe Abschnitt 7.4.

1 Einleitung

Die effiziente Nutzung von Energie ist für viele industrielle Verbraucher ein zunehmend wichtiger Aspekt. Steigende Energiepreise sowie wachsender gesellschaftlicher und gesetzlicher Druck im Zusammenhang mit Treibhausgasemissionen haben zu einer erneuten Fokussierung auf Energieeffizienzprojekte geführt, wobei die weltweiten Investitionen bis 2030 voraussichtlich um nahezu 29 % auf 0,49 Billionen US-Dollar ansteigen werden [1].
Abb. 1: Investitionen in Billionen US-Dollar
Ein besonderer Schwerpunkt vieler Energieeffizienzinitiativen liegt auf der Rückgewinnung und Wiederverwendung von Abwärme, die einen erheblichen Anteil am gesamten industriellen Energieverbrauch ausmacht [2] [3]. Industrielle Dampfkessel, ein zentraler Bestandteil der Energieverteilung im verarbeitenden Gewerbe, stellen eine bedeutende Energieverbrauchsquelle dar und sind für 37 % des Verbrauchs fossiler Brennstoffe in der US-Industrie verantwortlich [3]. Abbildung 2 zeigt ein Diagramm der Energieflüsse in einem typischen Dampfkessel.
Abb. 2: Energieflüsse in einem typischen Dampfkessel [4]
Abgasverluste, die etwa 10 bis 30 % des gesamten Brennstoffeinsatzes ausmachen [4] [5], stellen den größten Anteil der Energieverluste dar und sind dementsprechend ein zentrales Ziel vieler industrieller Effizienzmaßnahmen.
Eine gängige Methode, um Abgasverluste zu reduzieren, ist die Nutzung der Abwärme im Abgaskamin zur Vorwärmung des eintretenden Kesselspeisewassers mittels eines Abgaswärmetauschers, auch Economiser genannt. Dadurch verringert sich der Heizbedarf des Kessels.
Abb. 3: Typische Anordnung eines Speisewasser-Economisers [4]
Kaltes Wasser aus dem Speisewasserbehälter des Kessels wird zum Economiser gepumpt. Dort durchströmt es den heißen Abgasstrom des Kessels, der durch eine Reihe von Wärmeübertragungsrohren geleitet wird. Dabei wird Energie aus dem Abgas auf das Speisewasser übertragen, was zu einer Temperaturerhöhung führt. Die dabei gelieferte Wärmemenge wird durch die folgende Gleichung beschrieben:
Dabei bezeichnet den Massenstrom des Abgases durch den Economiser, cp die spezifische Wärmekapazität des Abgases, und T1 sowie T2 die Abgastemperaturen vor bzw. nach dem Economiser. Mit dieser Methode können konventionelle Kesseleconomiser Brennstoffeinsparungen von bis zu 1 % pro 25 °C Absenkung der Abgastemperatur erzielen [4].
Säuretaupunkt
Ein entscheidender begrenzender Faktor für die mit einem konventionellen Economiser rückgewinnbare Energiemenge ist der sogenannte Säuretaupunkt. Er bezeichnet die Temperatur, unterhalb derer saure Abgasbestandteile kondensieren und korrosive Substanzen – insbesondere Schwefelsäure – entstehen. Diese können erhebliche Schäden am Economiser verursachen. Auf diesen Zusammenhang wird im weiteren Verlauf des Beitrags näher eingegangen. Tabelle 1 zeigt den Säuretaupunkt sowie die daraus resultierende zulässige Abgasaustrittstemperatur am Schornstein für verschiedene gängige Brennstoffe:
Tabelle 1: Säuretaupunkt und zulässige Abgasaustrittstemperatur für gängige Kesselbrennstoffe [4]
Brennstoff
Säuretaupunkttemperatur (°C)
Zulässige Abgasaustrittstemperatur (°C)
Erdgas
66
120
Leichtöl
82
135
Schwefelarmes Öl
93
150
Schwefelreiches Öl
110
160
Abgase von Erdgas-Dampfkesseln liegen typischerweise ebenfalls im Bereich des Kohlensäuretaupunkts zwischen 150 und 250 °C [4], sodass die mit einem konventionellen Economiser rückgewinnbare Energie auf 1–5 % der Brennstoffkosten des Kessels begrenzt ist. Ein typischer Wert liegt bei etwa 3,5 %. Aufgrund der erheblichen Investitionskosten für die Ausrüstung sind Economiser-Projekte in der Regel auf Anwendungen mit signifikantem Abgaskühlpotenzial beschränkt.
Tabelle 2 quantifiziert die typischen Wärmerückgewinnungswerte eines Economisers für verschiedene Dampfkesselgrößen bei einer Abgastemperatur von 200 °C sowie bei unterschiedlichen Abgastemperaturen nach dem Economiser.
Tabelle 2: Typische Wärmerückgewinnung eines konventionellen Economisers (Abgas 200 °C)
Wärmerückgewinnung (kW)
Abgastemperatur nach dem Economiser (°C)
180
160
140
120
Kesselleistung (Tonnen/h)
5
39
77
116
155
10
77
155
232
310
20
155
310
464
619
% der Brennstoffkosten
0,9
1,8
2,7
3,6
Eine zusätzliche Abkühlung entspricht einem höheren Wärmerückgewinnungspotenzial, erfordert jedoch eine größere Wärmeübertragungsfläche im Economiser und entsprechend höhere Material- und Konstruktionskosten.
Kesseleconomiser sind in modernen Industriesystemen allgegenwärtig und verzeichnen von 2022 bis 2029 eine jährliche Wachstumsrate (CAGR) von 6,5 % [6]. Trotz ihrer weiten Verbreitung sind Kesseleconomiser anfällig für Ausfälle durch eine Vielzahl von Mechanismen und stellen daher auf typischen Industriestandorten eine bedeutende Quelle für Wartungs- und Reparaturkosten dar. Obwohl keine öffentlich zugänglichen Daten zu allgemeinen Ausfallraten von Economisern vorliegen, schätzen Servicetechniker von Thermal Energy International, dass 10 bis 15 % der Economiser außer Betrieb sind.
Kessel-Economiser-Systeme heute
In diesem Beitrag werden die zahlreichen Herausforderungen beleuchtet, mit denen konventionelle Kessel-Economiser-Systeme heute konfrontiert sind. Zudem wird eine neuartige Kessel-Economiser-Technologie vorgestellt, die mehrere Wärmeübertragungsstufen in Kombination mit Niedertemperatur-Wärmesenken nutzt. Dadurch lässt sich die Wärmerückgewinnung aus Kesselabgasen signifikant steigern, während der Wartungsaufwand gleichzeitig minimiert wird.
Die Technologie hat sich in einer Vielzahl industrieller Anwendungen in Nordamerika bewährt und ist für den europäischen Markt von hoher Relevanz, da dort die industriellen Energiepreise höher und die Emissionsvorschriften strenger sind. Zahlreiche Länder haben bereits umfassende Wärmerückgewinnungsmaßnahmen im Industriesektor eingeführt. So schreibt beispielsweise das deutsche Energieeffizienzgesetz (EnEfG) vor, dass Unternehmen mit einem Gesamtendenergieverbrauch von mehr als 2,5 GWh pro Jahr ihre Abwärmepotenziale nach dem Stand der Technik vermeiden und die anfallende Abwärme auf den Anteil der technisch unvermeidbaren Abwärme reduzieren müssen, soweit dies möglich und zumutbar ist. Europäische Initiativen wie die EU-Energieeffizienzrichtlinie (EED) verpflichten die Mitgliedstaaten zu jährlichen Energieeinsparungen und stellen strenge Anforderungen an große Unternehmen zur Reduzierung von Emissionen und des Energieverbrauchs.
Loading...